Editorial

VERÄNDERUNG …

Daniela Müller-Mezin

Daniela Müller-Mezin

… wird derzeit in Großbuchstaben geschrieben, CHANGE in riesigen Lettern auf Kartons gepinselt. Dass unsere Gesellschaft einen anderen Weg einschlagen muss, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, hat sich herumgesprochen, auch wenn es noch nicht bei jedem angekommen ist. Doch was brauchen wir auf dem Weg dorthin? Bringen uns Anreize zum Ziel oder braucht es – und wenn ja, wie viele – Verbote?

Klimaschutz in der Praxis

Rahmenbedingungen sind auf jeden Fall notwendig, waren sich die Experten, die für das Magazin ROHSTOFF am Runden Tisch diskutiert haben, einig. Und dass uns das „Kleingedachte und Verzagte“ sicher nicht weiterbringt. Ebenso wie langwierige Diskussionen – zum Beispiel über die Verbannung von Plastiksackerln. Die halten uns auf unserem Zukunftsweg mehr auf, als sie im Endeffekt jemals nützen können. Zur Schaffung dieser Rahmenbedingungen sind vor allem Leadership und Umsetzungsstärke gefragt.

Nachhaltigkeit trifft Kreativität

Doch von wem müssen wir diese einfordern? Umdenker gibt es schließlich bereits in verschiedensten Branchen: Wozu Engagement und Kreativität führen können, zeigt das österreichische Designstudio EOOS, das perfekte, nachhaltige Kreisläufe unter anderem für Toiletten, die bereits in Afrika eingesetzt werden, entwickelt hat. Wie jeder Einzelne von uns sein inneres Faultier überwinden kann, um seine Gewohnheiten im Sinne des Umweltschutzes zu verändern, erklärt Thomas Brudermann von der Uni Graz. Wobei man sich auf jeden Fall an der Nase nehmen sollte, ist die richtige Entsorgung von Produkten mit Akkus, denn in ihnen schlummert echte (Brand-)Gefahr. Relativ einfach viel bewirken lässt sich bei der eigenen Urlaubsplanung und bei der richtigen Mülltrennung – über die Strategien des Abfallverbandes Graz-Umgebung lesen Sie im Artikel „Gut getrennt ist halb gewonnen“.

In großem Maßstab spielt sich ein anderes Projekt ab: Bodenaushub ist schließlich die größte Abfallfraktion in Österreich, ihre Wiederverwertung in Form von Gartenerde, wie sie die Montanuniversität Leoben erforscht, könnte also richtig viel bringen. Ein enormer Brocken in der Klimadiskussion betrifft den Verkehr. Sind Elektroautos in jedem Fall die bessere Alternative zum Diesel? Wir haben bei Verkehrsexperten nachgefragt.

Kreislaufwirtschaft fördern

Potenziale und kreative Ideen rund um die Nachhaltigkeit sind zum Glück keine Mangelware: Mit sinnvollen und wirtschaftlichen Kreisläufen („Circular Economy“), unter anderem von Spielzeug, haben sich Studierende in Graz beschäftigt, mit Öko-Beton und der Begrünung von Betonwänden die Forscher der TU Graz. Auch wenn man hier beim Stichwort Öko-Beton feststellen muss, dass der Markt nicht automatisch offen für jede nachhaltige Entwicklung ist. Womit wir dann wieder beim Thema Rahmenbedingungen wären …

Und was ist der Kern der Sache? Dass wir es schaffen, den „Müll“, der sich trotz aller Bemühungen nicht vollkommen vermeiden lässt, zum Rohstoff zu machen. Wortwörtlich tut das ein weiteres junges, österreichisches Unternehmen: Kern Tec macht aus den Kernen von Steinobst Öle, Protein-Produkte und einen Ersatz für Mikroplastik in Kosmetika.

Mit Kreativität und Motivation sind wir auf dem richtigen Weg, denke ich. Daher lassen Sie sich wieder von dieser neuen Ausgabe von ROHSTOFF inspirieren!

Eine spanende Lektüre mit unserer aktuellen ROHSTOFF-Ausgabe wünscht Ihnen

Daniela Müller-Mezin
Obfrau der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement
in der Wirtschaftskammer Steiermark

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