Mit Abfällen gegen die Energiekrise ankämpfen

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Die Abhängigkeit Österreichs von Energieträgern aus dem Ausland wurde uns in den letzten Monaten schmerzhaft vor Augen geführt. So kommt etwa 80 Prozent des Erdgases, das in Österreich verbraucht wird, aus Russland und nur 10 Prozent wird im Inland produziert. Diese Abhängigkeit und stark gestiegene Gas- und Strompreise, geben uns einen Anstoß, um unsere Energieversorgungsautarkie zu überdenken. Als rohstoffarmes Land, sollten wir sicherstellen erneuerbare Energiequellen zu nutzen – und die Energie, die in unseren Abfällen steckt.

Schon heute werden in Österreich rund 38 Prozent (ca. 1,7 Millionen Tonnen) aller Siedlungsabfälle thermisch verwertet – also zu Strom und Wärme verwandelt. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass Recycling und thermische Verwertung keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen. Für die thermische Verwertung werden nämlich nur jene Abfälle herangezogen, die sich aus technischer, wirtschaftlicher, hygienischer oder ökologischer Sicht nicht recyclen lassen. Auch andere europäische Länder setzen auf Energiegewinnung aus Abfällen: Die Niederlande führen 46 Prozent ihrer Siedlungsabfälle der thermischen Verwertung zu, Schweden 50 Prozent und Dänemark 51 Prozent. Für Österreich gibt es also noch Luft nach oben in Sachen Energiegewinnung aus Abfällen.

Rund 38 aller Siedlungsabfälle in Österreich werden thermisch verwertet und in Strom oder Wärme verwandelt.

Kritisch betrachtet, stellt die thermische Verwertung von Abfällen lediglich eine notwendige Ergänzung zum stofflichen oder chemischen Recycling dar. Was aus ökologischer Sicht jedoch nicht vergessen werden darf, ist, dass ohne den Energieträger Abfall mehr primäre Energieträger – also Kohle, Erdöl und Erdgas – zum Einsatz kommen müssten, um unseren Energiebedarf zu decken. Auch aus wirtschaftlicher Sicht stellt sich der Einsatz genau dieser primären Energieträger heute als äußerst teuer und somit als eine Belastung für den Standort Österreich dar.

Die Firma Müllex arbeitet an alternativen Aufbereitungsmethoden für Ersatzbrennstoffe aus Abfällen, berichtet Niki Müller-Mezin.

Als Firma setzt sich Müllex für den Ausbau der Waste-to-Energy Kapazitäten in Österreich ein und trägt im Rahmen von Innovationsprojekten zur weiteren Ökologisierung der thermischen Verwertung von Abfällen bei. „Wir arbeiten zum Beispiel an alternativen Aufbereitungsmethoden für Ersatzbrennstoffe aus Abfällen, die es ermöglichen sollen, den Einsatz von Kohle oder Erdöl in Energiekraftwerken weiter zu reduzieren. In einem anderen Projekt forschen wir daran, wie man durch die Erhöhung des Bio-Anteils den CO2 Fußabdruck des Ersatzbrennstoffs reduzieren kann“, berichtet Niki von den aktuellen Innovationsprojekten des Familienunternehmens.


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