Circular Economy Spielzeug

Machen wir ein Spiel daraus

Forschung & Innovation

Mit der „Circular Economy“, unter anderem von Spielzeug, haben sich Master-Studierende des Studiengangs „Industrial Design“ in Graz beschäftigt.

Dass neues Spielzeug nicht immer im Widerspruch zum Nachhaltigkeitsgedanken stehen muss, hat David Frischhut gezeigt. Er hat ein Projekt im Rahmen der Master-Vertiefungsrichtung Eco-Innovative Design an der FH JOANNEUM mit dem österreichischen Kunststoffhersteller Borealis umgesetzt. Sein „F.UN PACK“ hat mit einer Transportverpackung, die nach dem Aufreißen im Mull landet, wenig zu tun: Die Mehrweg-Verpackung, die aus einem einzigen Material hergestellt wird, um den Recyclingprozess später einfacher zu gestalten, dient nicht nur zur Lieferung des Spielzeugs. Die Gestaltung mit ihren Lamellen ermöglicht es, die Verpackung zu „bespielen“, indem sie zum Hintergrund oder zur Spielflache wird.

Zusätzlich lässt sie sich auch so verwandeln, dass sie optimal für Aufbewahrung und Transport des Spielzeugs weiterverwendet werden kann. So verhindert man, dass künftig die Einzelteile eines Sets in allen Ecken des Kinderzimmers verschwinden …

„Circular Economy“: Kinder miteinbeziehen

Auch mit einem „Second Life“ von Spielzeugen hat man sich beschäftigt. Ursula Tischner, Projektleiterin und Dozentin im Vertiefungsbereich Eco-Innovative Design an der FH JOANNEUM in Graz zur Vision, wie es künftig ablaufen konnte: „Nicht mehr verwendetes Spielzeug wird in eigenen Laden geshreddert und aus diesem Granulat kann im Anschluss gleich Neues erzeugt werden. Die Idee ist, dass die Kinder dies selbst mitverfolgen und auch am Designprozess für das neue Spielzeug teilhaben können.“

Circular Economy Spielzeug

Mit der „Circular Economy“ von Spielzeug haben sich Master-Studierende des Studiengangs „Industrial Design“ in Graz beschäftigt (Credit: FeeLona/Pixabay)

Wo liegen die Schwierigkeiten bei aktuell verwendeten Verpackungen?
Unter anderem im Materialmix, der das Recycling enorm erschwert. Ebenso im Branding, das heute auf der Verpackung stattfindet und deshalb den Einsatz von Bedruckung, Stickern und Klebern nötig macht.

Könnte eine Verpackung ohne Branding Potenzial bieten?
„Standardisierte Verpackungen ohne Branding, zum Beispiel für Pflege- und Kosmetikprodukte, aber auch für Nahrungsergänzungsmittel könnten hier die Zukunft sein, vor allem wenn die Produkte ohnehin immer stärker individuell für den jeweiligen Kunden angepasst zusammengestellt oder abgefüllt werden. Und Branding, Bewerbung und Co. verlagern sich dafür immer mehr in den digitalen Bereich“, sagt Ursula Tischner von der FH JOANNEUM.

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