Fortschritt in Ghana

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Die Komptech GmbH ist ein steirisches Maschinenbau-Unternehmen, das sich auf moderne Abfallbehandlung spezialisiert hat. Vergangenes Jahr standen dem Unternehmen 140 Mio. Euro Umsatz zu Buche, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der enorme Zuwachs erklärt sich auch daraus, dass sich das Geschäft über den Kernmarkt der Industriestaaten hinaus verstärkt auf Schwellen- und Entwicklungsländer ausgeweitet hat. Es wurde unter anderem in Ghana ein Großprojekt umgesetzt. Die Afrika-Premiere wurde zum größten Deal der Firmengeschichte. Zum Erstkontakt kam es auf einer Branchenmesse in München. Damals schilderten die Vertreter der ghanaischen Jospong-Gruppe die enorme Müllproblematik in ihrer Heimat. Es dauerte nicht lange, bis die afrikanischen Geschäftsleute eine Investition von mehr als 10 Mio. Euro ins Spiel brachten.

Heinz Leitner, CEO von Komptech
(Credit: Komptech)

„Viele Firmen haben das nicht ernst genommen, denn wenn solche Summen genannt werden, fehlt es oft an Seriosität. In diesem Fall war es anders: Wir haben gesehen, dass die Ghanaer wussten, wovon sie sprachen, ihnen jedoch noch das nötige Gefühl fehlte, wie das konkret funktionieren könnte“, sagt Leitner, Geschäftsführer der Komptech GmbH. Einem Besuch der Ghanaer in Frohnleiten folgten Gegenbesuche der Komptech-Experten. „Unsere Mitarbeiter haben sich dort den Müll angeschaut, der sich in Afrika ganz anders als in Europa zusammensetzt, und daraufhin ein spezielles Konzept für mobile Aufbereitungsmaschinen entwickelt, die in Ghana flexibel eingesetzt werden können“, so Leitner. 5 Aufbereitungsanlagen mit insgesamt 25 Maschinen im Wert von 13 Mio. Euro hat die Komptech GmbH an die Jospong-Gruppe verkauft, die ersten beiden wurden am 5. April offiziell eröffnet, die restlichen befinden sich in der Errichtung.

Komptech in Ghana

Das Unternehmen Komptech hat in Ghana ein Großprojekt umgesetzt (Credit: Kompetch).

Zusätzliche Arbeitsplätze schaffen

Die speziell entwickelten Komptech-Anlagen selektieren die biogenen Anteile aus dem angelieferten Müll, kompostieren diese und verhindern so, dass sie gären und dadurch klimaschädliches Methan entsteht. Der neu geschaffene Kompost wird von der Jospong-Gruppe an den ghanaischen Staat verkauft, der damit Parks und Straßenzüge begrünen will. Der restliche Müll geht ebenfalls durch eine Komptech-Anlage, wo Wertstoffe aussortiert werden. Und nur ein kleiner Rest landet auf der Deponie. „Die Selektion der Wertstoffe erfolgt teilweise händisch, obwohl es auch rein automatisch ginge. Aber das war ein expliziter Wunsch unserer Geschäftspartner, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen“, verrät Leitner, der hofft, dass dieses Großprojekt der Startschuss für ein weitergehendes Afrika-Geschäft seines Unternehmens ist – ein zweites Projekt an anderer Stelle in Ghana ist bereits unter Dach und Fach. „Es wird in Afrika nun darum gehen, erste Anlagen zu positionieren und deren Nutzen unter Beweis zu stellen. Da es auf kurze Sicht aber immer teurer ist, Müll aufzubereiten und daraus einen Wertstoff zu generieren als ihn einfach in die Landschaft zu schmeißen, braucht es politischen Willen in Form entsprechender Gesetze und auch eine gewisse Wirtschaftskraft, weil man sich das auch leisten können muss“, bleibt Leitner realistisch.

(Text: Frederik Schäfer, CorporAID)

www.komptech.com

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