Wie das Recycling von der Digitalisierung profitiert

Wissenschaft & Forschung

Ganz und gar nicht „zum Wegwerfen“: Unter dem Titel ReWaste 4.0 wird in der Steiermark am Recycling von Abfällen gefeilt. Digitale Technologien sollen das die Ressourceneffizienz beflügeln.

Laut des aktuellen Berichts vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus fielen in der Steiermark 2016 rund 547.380 Tonnen Siedlungsabfall an. Richtig getrennt sind Papier, Metall und Co. wertvolle Rohstoffe. In Kooperation mit den Unternehmen Saubermacher, Komptech, Mayer Recycling und 7 weiteren Partnern will das neue Kompetenzzentrum ReWaste 4.0 an der Montanuniversität Leoben das Recycling von herkömmlichen Abfällen künftig noch besser machen. Konkret soll das mithilfe digitaler Technologien passieren. „Mit dem Projekt wollen wir eine höhere Recyclingrate für nicht gefährliche, gemischte Abfälle erreichen und dadurch gleichzeitig indirekt mehr Energie einsparen und weniger CO2-Emissionen freisetzen“, erklärt Renato Sarc, Projektleiter des ReWaste 4.0 und stellvertretender Leiter des Lehrstuhls für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft an der Montanuniversität Leoben.

Die Digitalisierung ist zum Wegwerfen? Ganz und gar nicht! Auch das Ressourcenmanagement profitiert von smarten Technologien.
(Credit: Lunghammer)

Prozessentwicklung 4.0: Recycling noch effizienter

„Wir sind für das Prozessequipment 4.0 hauptverantwortlich, befinden uns aktuell mitten in der Datenerhebungsphase“, erklärt Christoph Feyerer, Head of Product Management bei Komptech. Das Ziel des Unternehmens ist, die Recyclingquote noch weiter zu erhöhen und dies mit möglichst effizienten Prozessen. „Es geht dabei darum, dass sich die Anlage intelligent auf das Inputmaterial, beispielsweise Gewerbeabfall, einstellt.“ Und: Je nachdem auf welchen Sekundär-Rohstoffen der Fokus liegt, werden die dafür optimalen Prozessparameter automatisch festgelegt. Dies ermöglicht einen zielgerichteten, höchst effizienten Aufbereitungsprozess.

Verwertungsanlagen der Zukunft

Ebenfalls Teil des Projekts ist Saubermacher, unlängst als nachhaltigstes Entsorgungsunternehmen der Welt ausgezeichnet (im Global Real Estate Sustainability Benchmark unter 280 geprüften Umwelt-Unternehmen). Bei ReWaste 4.0 legt Saubermacher seinen Schwerpunkt auf die Abfallbehandlungsanlage der Zukunft. „Hier kommen zum Beispiel Themen wie Robotersortierung, digitale Produktionsplattformen oder interaktive Instandhaltung vor“, so Stephan Laske, Head R&D bei Saubermacher. „Am Ende des Projektes haben wir fundamentale Erkenntnisse, wie bestehende und neue Anlagen ausgelegt bzw. adaptiert werden müssen sowie welche Stellschrauben wir für eine Optimierung bestehender Anlagen haben.“ Von der Prozessentwicklung bis zur Abfallbehandlungsanlage – mit modernster Technologie wird es durch ReWaste 4.0 zukünftig möglich sein, Ressourcen effizienter zu nutzen, den Recyclingprozess zu optimieren und die Produktqualität zu steigern.

Recycling in Zahlen: Bestandsaufnahme 2018 der Abfallwirtschaft in Österreich des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (pdf-Download)