Hund mit Knochen als Hinweis auf das in Knochen enthaltene Phosphor

Knochenstarkes Phosphor-Recycling

Wissenschaft & Forschung

Auf weltweit einzigartige Art und Weise soll in Hamburg bald Phosphor aus Klärschlamm gewonnen werden. Steirische Unternehmen sind bei diesem Leuchtturmprojekt mit an Bord.

Menschen nehmen Phosphor über Nahrungsmittel auf und benötigen das Element für den Aufbau der Knochen. Überschüssige Mengen werden ausgeschieden und landen im Abwasser. Das natürliche Vorkommen des lebenswichtigen Rohstoffs wird immer knapper, abhängig ist man dabei vom Import aus politisch nicht sehr stabilen Ländern. Nun soll der Klärschlamm als alternative Quelle des Rohstoffs erschlossen werden: In Hamburg wird der Bau der weltweit ersten großtechnischen Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor auf dem Klärwerk Hamburg von „Hamburg Wasser“ und Remondis umgesetzt. Im Jahr 2020 wird die Anlage in Betrieb gehen. Aus den rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche soll das System 6.500 Tonnen hochreine Phosphorsäure recyceln.

Hund mit Knochen als Hinweis auf das in Knochen enthaltene Phosphor

Feste Knochen kommen bei Hunden gut an. Auch für die menschliche Gesundheit sind starke Knochen wichtig und dafür braucht es u.a. Phosphor, das nun verstärkt aus dem Klärschlamm gewonnen werden soll.

Know-how in Sachen Phosphor

Beteiligt an diesem Leuchtturmprojekt ist das steirische Unternehmen BDI BioEnergy International, eigentlich Experten für den Bau von Biotreibstoff-Anlagen. „In Hamburg wird eine komplett neue, von Remondis entwickelte Technologie eingesetzt. Für deren Upscaling in den Industriemaßstab hat man uns an Bord geholt“, erklärt BDI-Geschäftsführer Markus Dielacher: „Durch den Bau von Anlagen für Biotreibstoffe haben wir ziemlich viel Know-how aufgebaut. Das Thema Phosphor passt außerdem sehr gut zu uns, da wir uns mit ‚From waste to value‘-Technologien beschäftigen. Außerdem haben wir intern den Bereich ,Green Tech Process Solutions‘ aufgebaut, der unsere Kompetenzen rund um das Upscaling von Prozessen bündelt.“

Vorzeigeprojekt für Urban Mining

Das Potenzial der Phosphor-Gewinnung aus dem Abwasser ist groß – und damit auch für BDI in Raaba-Grambach, hofft Dielacher, dass sich durch die in Hamburg gemachten Erfahrungen ein neues Standbein entwickeln könnte. „Das System ist ein wunderbares Beispiel für Urban Mining und es ist ein Vorzeigeprojekt für die Branche, bei dem es sicher viel Anlagentourismus geben wird, wenn es ab 2020 in Betrieb geht.“