Der Fußabdruck auf dem Teller

Leben & Gesellschaft

Superfood ist super für die Gesundheit – oder fürs Klima. Warum wir bei unserer Ernährung schon nicht mehr über Kalorien, sondern vielmehr über Nachhaltigkeit nachdenken und deshalb Linsen und Bohnen öfter auf dem Speiseplan stehen.

Ernährung ist zum philosophischen Thema geworden. Vom Protein-Junkie über den Flexitarier und den Ovo-Lacto-Pescetarier bis zum Veganer gibt es Vertreter verschiedenster Ernährungskonzepte und Überzeugungen. Gesundheit und Figur sowie Tierschutz liegen diesen Konzepten als Motive zugrunde. Eine Prise Ökologie und Umweltschutz spielt für manche wie das Salz in der Suppe ebenso hinein.

Fleischkonsum reduzieren
In Österreich verursacht der Nahrungsmittelkonsum nämlich einen Flächenverbrauch von 3,1 Millionen Hektar – der Großteil davon, nämlich 75 Prozent, geht auf unseren Appetit auf tierische Produkte zurück, sagt der WWF Österreich. Das liegt nicht nur daran, dass Herr und Frau Österreicher besonders gern zu Schnitzel und Steak greifen, sondern vor allem auch daran, dass der Landfußabdruck von Fleisch im Vergleich zu dem des Erdäpfels so extrem viel größer ist: 46 Quadratmeter pro Kilogramm Rindfleisch stehen nur 3,6 Quadratmeter pro Kilogramm Bohnen oder 0,3 Quadratmeter pro Kilo Erdäpfel gegenüber (laut WWF, 2016). Wer seinen Fleischkonsum reduziert und vegetarisch isst, tut damit der Umwelt einen Gefallen.

Das ideale Menü fürs Klima
Eine besondere Rolle kommt dabei Linsen und Bohnen zu, die ja auch als heimisches Superfood in aller Munde sind. Sie sind nicht nur in der Herstellung besonders nachhaltig, da sie wesentlich weniger Fläche verbrauchen, sondern sind zusätzlich reich an pflanzlichem Eiweiß und damit der ideale Ersatz für tierische Proteine. Die Vereinten Nationen haben heuer aus diesen Gründen das Jahr der Hülsenfrüchte ausgerufen. Neben Linsen und Bohnen zählen übrigens auch Soja und Kichererbsen, Lupinen oder Tamarinde zu den Hülsenfrüchten. Allen gleich ist, dass sie getrocknet lange gelagert werden können, allerdings niemals roh gegessen werden dürfen. Erst durch das Kochen werden die enthaltenen Giftstoffe unschädlich gemacht.

Tool zum Berechnen des Energieverbrauchs für den persönlichen Lebensstil und die Ernährung
Ökologischer-Fußabdruck-Rechner der TU Graz

Konkrete Anregungen für eine umweltfreundliche Ernährung
WWF-Ernährungstipps für ein gesünderes Klima