Plastik-Problem bekämpfen mit Fangnetzen, die Plastik aus dem Meer fischen

5 Lösungsansätze für das Plastik-Problem

Energie & Ressourcen

Im Kleinen ebenso wie im Großen: Es gibt viele Möglichkeiten, um etwas gegen das Plastik-Problem zu tun. Jeder Beitrag zählt!

1. Plastik aus dem Meer fischen

Er will die Weltmeere von Plastik befreien und hat 5 Jahre lang an seiner Konstruktion gearbeitet. Im September 2018 ist der Niederländre Boayn Slat mit „System 001“ in San Francisco in den Ozean gestartet. Die Konstruktion soll sich wie Fangarme U-förmig um die Plastikteile legen. Das Ziel von „The Ocean Cleanup“: Bis 2040 weltweit 90 Prozent des Plastikmülls in den Ozeanen beseitigen. Mehr dazu auf www.theoceancleanup.com.

Mit Fangarmen das Plastik aus dem Meer fischen: Das Projekt The Ocean Cleanup ist in vollem Gange.
(Credit: The Ocean Cleanup)

2. Forschen statt dämonisieren

Für Cradle-to-Cradle-Begründer Michael Braungart liegen die Hoffnungen bei der jungen Generation, die Materialien für Kreisläufe entwickeln müssten. „Junge Wissenschaftler könnten sich mit Plastik beschäftigen, was sie aber nicht tun, da Plastik verteufelt wird und das ist schade. Da vergeben wir eine Chance.“ (Mehr dazu im Artikel Plastik – „das Falsche wurde perfektioniert“.)

3. Pfandsystem statt Plastik-Problem

Ein weiterer Ansatz von Braungart: „Hätte jeder eine Pfandkarte, mit der er 150 Produkte mit je 20 Cent Verpackungspfand einkaufen kann, könnte man Verpackungen aus einem Monomaterial wie PET machen, denn da haben wir einen funktionierenden Recyclingkreislauf.“

4. Richtig entsorgen – getrennt sammeln

Anders als in anderen Bundesländern werden Kunststoffverpackungen wie Joghurtbecher und PET-Flaschen nämlich in der Steiermark getrennt gesammelt. Dadurch ist der Anteil der stofflichen Verwertung deutlich höher. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn Kunststoffverpackungen nicht im Restmüll landen. Pro Einwohner landen laut Restmüllanalyse des Landes Steiermark fast 15 Kilogramm Kunststoff im Restmüll – vergoldete Ressourcen!

In der Steiermark werden Verpackungen getrennt gesammelt. In anderen Bundesländern ist das anders.
(Credit: Lunghammer)

5. Die richtigen Alternativen wählen

Welche „Plastik-Alternativen“ empfehlen Experten? Manfred Tacker, Studiengangsleiter für Verpackungstechnologie und nachhaltiges Ressourcenmanagement der FH Campus Wien: „Ich kenne natürlich die Lebenszyklusanalysen der verschiedenen Materialien und daher wähle ich die, die für mich eine gute Bilanz haben. Wenn möglich bevorzuge ich gut recyclierbare Materialien. Bei Biopolymeren finde ich Zellulose als guten Werkstoff, da er nicht mit der Lebensmittelproduktion in Konkurrenz steht.“ (Mehr dazu auch im Artikel Plastik-Alternativen als Geschmacksfrage.)