VIELE MEINUNGEN UND EINE LÖSUNG?

Editorial

Daniela Müller-Mezin

Die über 3,4 Milliarden Internet-Nutzer und die unzähligen vernetzten Geräte erzeugen 2,5 Trillionen Byte Daten – und das jeden Tag. Woher diese Zahlen stammen? Natürlich aus dem Internet. In diesen für die meisten Anwender unfassbaren Sphären schlummern mehr oder weniger alle Informationen, alles Wissen ist abrufbar und das hat die Gesellschaft verändert. Der Zugang zu Wissen ist eine breite Daten-Autobahn, an deren Straßenrand neue Bedürfnisse kreiert und mit Online-Shopping-Angeboten befriedigt werden. Die Ausmaße dieser Autobahn sind enorm, die Zahl der Verkehrsteilnehmer und ihre Vielfalt ebenfalls.

Neben Innovatoren und digitalen Überfliegern bewegen sich dort auch die, die gegensteuern, Anhänger von Slow Food bis Digital Detox (siehe Schneller geht (n)immer). Nur weil alles schneller wird, muss nicht jeder dabei sein wollen. Kurios mutet nur an, dass selbst die bewusste Einschränkung von Social-Media-Aktivitäten online kommuniziert wird.

Doch nicht alles, was sich im Internet findet, ist automatisch wahr. Wir haben gelernt zu hinterfragen. Besonders positiv ist das im Hinblick auf die Nachhaltigkeit – wenn Trends und Gewohnheiten kritisch betrachtet werden und man die Konsequenzen seines Tuns präsentiert bekommt, wie man es rund um die Verwendung von Plastiksackerln erlebt hat. Und es kann Gegentrends wie den regionalen Einkauf fördern (siehe Marktplätze für eine bessere Welt).

„Regional produziert“ sind übrigens auch die Fotos in diesem Magazin; man kann sich den Verlockungen von Online-(Bild-)Angeboten auch bewusst entziehen …

Doch macht uns der Zugang zu Wissen wirklich nachhaltiger? Dieser Frage hat sich der Runde Tisch gewidmet.

Wir können nicht nicht kommunizieren, sagte schon Paul Watzlawick. Das gilt auch für die sozialen Medien, die viele Unternehmen nutzen, um Kunden und Konsumenten Einblicke zu gewähren, während andere sich Facebook und Co. bewusst nicht öffnen (siehe Die richtige Dosis Glas).

Das Medium Pinterest wiederum ist ein digitaler Marktplatz der Ideen – gerade das Upcycling profitiert davon. Und da gibt es bis zu Taschen aus gebrauchten Sportgeräten ja genügend Ideen (siehe Upcycling statt up in den Müll).

Per Mausklick kann man heute auch sein Gewissen beruhigen – wussten Sie das? Gemeint ist nicht die Online-Beichte, die es bestimmt auch schon gibt, sondern die Klimakompensation, wie sie etwa Fluglinien anbieten – Details im Artikel Tag der Abrechnung.

„Fake News“ waren heuer vor allem ein politisches Thema; für das Entsorgungs- und Ressourcenmanagement spielen sie – leider – ebenso eine Rolle. Noch immer halten sich einige „Müll-Mythen“ hartnäckig. ROHSTOFF klärt im Artikel Glaubst du noch an Google auf.

Umdenken ist auch in anderen Bereichen gefragt: Vollautonom fahrende LKW könnten künftig helfen, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern (Siehe Route wird berechnet …) und im Bioabfall stecken Potenziale für die Kunststoffherstellung (siehe Eine tragende Rolle für den Bioabfall).

Die Zukunft ist auf dem Weg – ob sie nachhaltiger wird, hängt von uns ab.

Daniela Müller-Mezin
Obfrau der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement
in der Wirtschaftskammer Steiermark

Magazin teilen